Flüssiggas

Information über Flüssiggas-Antriebssysteme für Sportboote


Was ist Flüssiggas?

Flüssiggas entsteht bei der Rohölverarbeitung in den Raffinerien und wir zusätzlich direkt bei der Förderung von Erdöl und Erdgas an den Bohrlöchern gewonnen. Flüssiggas ist ein Kohlenwasserstoff, dessen Qualität in Deutschland in der DIN 51622 festgelegt ist und zu 95% Propan enthält.

Flüssiggas ist bei athmosphärischem Druck gasförmig, verflüssigt sich aber schon bei einem Druck von ca. 6 bar und nimmt dann rund 1/260 seines gasförmigen Volumens ein. Dadurch kann Flüssiggas gut gelagert und transportiert werden.

Welche Boote können aufgerüstet werden?

Grundsätzlich sind fast alle Benzinboote – ob mit Innen- oder Außenbordmotor – aufrüstbar.
Wirtschaftlich sinnvoll ist die Motorumstellung insbesondere bei Innenbordern. Für sämtliche Innenbordmotoren, egal ob mit Vergaser- oder Multipoint-Einspritztechnik, sind Aufrüstsysteme von uns erhältlich. Unsere Systeme sind sowohl Salz- wie in Süßwasser verwendbar.

Sämtliche Außenbordmotoren (4-Takter) können ebenfalls aufgerüstet werden. Dabei stellen wir Vergasermotoren meist monovalen(d.h. nach der Umrüstung läuft der Motor nur mit Flüssiggas) um. Einspritzmotoren können nach der Umrüstung sowohl mit Benzin als auch mit Flüssiggas betrieben werden. Auf besonderen Wunsch ist auch bei Vergasermotoren ein bivalenter Betrieb herstellbar.

Dauer der Aufrüstung

Die Dauer der Aufrüstung ist von der Anzahl der Motoren und von der Lage des bzw. der Tanks abhängig.
Bei Booten mit einem Motor ist insgesamt mit ca. 2-3 Tagen Arbeit zu rechnen. Die Aufrüstung bei Booten mit zwei Motoren nimmt bis zu 5 Tage in Anspruch.


Die Vorteile im Überblick

Flüssiggas verbrennt wesentlich sauberer als Benzin oder Diesel. Daher fördert die Bundesregierung Flüssiggas als Antriebsenergie mit einer ermäßigten Mineralölsteuer. Dadurch kostet dieser Kraftstoff derzeit nur € 0,50 pro Liter. Berücksichtigt man einen Mehrverbrauch zum Benzinbetrieb von rund 10%, entspricht der Liter Flüssiggas einem Benzinpreis von € 0,55. Bei so günstigen Treibstoffkosten haben sich die Aufrüstkosten von insgesamt ca. € 2.450,- /Motor schnell wieder eingefahren.

Flüssiggas ist völlig sauber und wasserneutral. Daher dürfen Tanstellen für den Eigenbedarf (auch Eigenbedarf von mehreren Personen oder in Vereinen) genehmigungsfrei aufgestellt werden. Tankanlagen für den öffentlichen Verkauf bedürfen zwar einer Genehmigung, doch diese ist meist schnell erteilt.

Da die Aufrüstung unter Beibehaltung des Benzinbetriebs erfolgt, erhöht sich außerdem die Reichweite des Bootes.
Flüssiggas als Antriebsenergie läßt den Motor länger leben und senkt die Lärmemission.


Wo wird der Tank im Boot installiert?

Für die Installation des bzw. der Tanks bieten sich zahlreiche Plätze im Boot an. Flüssiggastanks sind fast immer zylindrisch und werden in Durchmessern von 25 bis 45 cm in vielen unterschiedlichen Längen angeboten. Dadurch können vorhandene Stauräume optimal genutzt werden.
Bei vielen Booten werden die Tanks beispielsweise unter dem Cockpit installiert. Manche Bootseigner verringern auch die Größe des Benzintanks um Platz für die Flüssiggasbehälter zu schaffen.


Funktionsweise und Sicherheit

Die Flüssiggasantriebssysteme gewährleisten eine hohe Praxistauglichkeit erfüllen höchste Sicherheitsstandards:

  • Die Befüllung der Tanks erfolgt über einen Tankanschluß in der Bordwand.
  • Das Flüssiggas gelangt über speziell zugelassene Schläuche zu den Tanks.
  • Die Tankarmaturen (Überdruckventil, Sicherheitsmagnetventil, Füllstandssensor, automatischer Füllstop) befinden sich unter einem gasdichten Armaturenkasten, der außenbords entlüftet wir. Bei einem Gasaustritt würde dieses gefahrlos ins Freie abgeleitet werden.
  • Nur bei Zündung des Motors und während des Betriebs, gelangt Flüssiggas durch Rohrleitungen zum Motor. Sobald der Motor ausgeht oder auf Benzin umgeschaltet wird, schließen die Magnetventile am Tank und im Motorraum.
  • Das flüssige Gas wird im Verdampfer in den gasförmigen Aggregatzustand durch Zuführung von Motorwärme umgeformt. Dieses Gerät wird speziell für uns hergestell, da normale Verdampfer nicht Salzwasserbständig sind.
  • Der Gasmischer befindet sich auf dem Vergaser und stellt das Gas-Luft-Gemisch her, das im Motor die Kolben antreibt.
  • Eine spezielle Elektronik regelt den optimalen Zündzeitpunkt im Flüssiggas- und im Benzinbetrieb, um die jeweils größte Leistung in beiden Fahrzuständen sicherzustellen.
  • Vor Zündung des Motors wird der Motorraum – wie im Betrieb – belüftet.
  • Auf wunsch kann ein Sicherheitswarnsystem mit Gasspürköpfen in der Bilge installiert werden, dass den – höchst unwahrscheinlichen – Fall eines Gasaustritts mit einem akustischen Signal meldet. Möglich ist auch die Installation einer Vorrichtun, so dass in diesem Fall nicht mehr gezündet werden kann.
  • Die bereits vorhandene Kraftstoffanzeige läßt sich durch eine spezielle Elektronik sowohl für Benzin als auch für Flüssiggas nutzen. Natürlich können ebenso zusätzliche Kraftstoffanzeigen installiert werden.
  • Der Einbau wird nur von geprüften Sachkundigen für Flüssiggasantriebssysteme in Booten vorgenommen. Den sachgemäßen Einbau dokumentiert derAufrüster in einer Installations- und Inbetriebnahmebescheinigung.
  • Das Einhalten des Wartungsbuches sichert den einwandfreien Zusatnd der Gasanlage.


Gut versichert?

Die Beschaffenheit unseres Flüssiggasantriebssystems und der fachgerechte Einbau sowie das Einhalten der Wartungsintervalle gewährleisten den höchsten Sicherheitsstandard.
Daher akzeptieren die Versicherungen das Propan-Marine-Antriebssystem. Sollten Sie oder Ihre Kunden dennoch mal auf Schwierigkeiten stoßen, helfen wir Ihnen gerne!


Was ist beim Tanken zu beachten?

Wie beim Tanken von Benzin muß das Boot vorne und achtern fest vertäut sein. Die Zündung und alle elektrischen Geräte sind auszuschalten. Das Tanken darf nur von eingewiesenen Personen, die mindestens 18 Jahre alt sind, durchgeführt werden.
Die Zapfpistole wird am Füllanschluß des Bootes festgeschraubt. Während des Tankens ist der Füllknopf dauerhaft gedrückt zuu halten. Die im Boot installierten Tanks beenden den Tankvorgang automatisch bei einem Inhalt von 80 Prozent. Sobald die Pumpe blockiert, Füllknopf loslassen und Zapfpistole lösen.


Wo tanke ich?

Die fest im Boot installierten Tanks werden an stationären Tankstellen befüllt.
Der Aufbau eines flächendeckenden Tankstellennetzes wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Daher bieten sich zunächst Eigenversorgungstankstellen (Größe 2,5 x 1,3 m) an, die wir preisgünstig vermieten oder verkaufen. Diese Anlagen haben zudem den Vorteil, dass sie genehmigungsfrei aufstellbar sind. Mehrere Bootseigner können diese Tankstelle, ergänzt um eine einfache Zähleinrichtung, gemeinsam nutzen.
Und: Da der Benzinantrieb weiter betriebsbereit ist, schaltet man bei Überführungsfahrten einfach auf Benzin um.


Können auch Gasflaschen verwendet werden?

Flüssiggasantriebssysteme für Boote müssen höchsten Sicherheitsstandards entsprechen. Einzusetzen sind ausschließlich fest installierte Flüssiggastanks, deren Beschaffenheit von der Europäischen Richtlinie R67-01 geregelt wird. Diese Behälter verfügen im Gegensatz zu herkömmlichen Gasflaschen über zahlreiche Sicherheitseinrichtungen. Daher dürfen Sportboote für Antriebszwecke keine Gasflaschen verwendet werden.

Für wen ist der Flüssiggasantrieb interessant?

  • Privatleute gehören sicherlich zu jenen, die aufgrund der hohen Spritkosten besonder gerne mit Flüssiggas fahren. Sie werden zu den ersten Motorbootseignern gehören, die ihr Boot auf Flüssiggas umstellen.
  • Für Wasserskischulen ist Flüssiggas ebenfalls sehr interessant. Bisher mußten oft große Mengen Benzin geschleppt werden. Das entfällt jetzt mit der eigenen Tankstelle. Aber auch der witschaftliche Aspekt wird manchen Eigner von Wasseskibooten zu Flüssiggas bewegen.
  • Behörden, Kommunen und öffentliche Institutionen, die großen Wert auf den Gewässerschutz legen, werden vermehrt ihre Boote umstellen.
  • Spezielle Analgen, die die Abgasvorschriften auf dem Bodensee erfüllen, haben wir in der Entwicklung.